Wirkung von Moringa – Studien & Volksmedizin

Moringa Oleifera: Ein botanisches Arzneibuch

Moringa Oleifera wird von den Menschen in den Tropen und Subtropen für seine vielen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten hochgeschätzt. Einige der traditionellen Anwendungen reflektieren den Nährstoffgehalt der verschiedenen Teile des Baumes. Folgend sind nur einige der Arten aufgelistet, wie der Moringa-Baum in Asien, Afrika und auf dem amerikanischen Kontinent angewendet wird. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Untersuchungen die Wirksamkeit einige dieser Anwendungsmöglichkeiten bestätigt.

 

BLÄTTER

  • In Indien glaubt man, dass der Saft der Blätter einen stabilisierenden Effekt auf den Blutdruck hat und verwendet ihn zur Behandlung von Angstgefühlen. Im Senegal wird der Saft in Form einer Infusion verabreicht und soll die Blutzuckerwerte bei Diabetikern unter Kontrolle halten.
  • Vermischt mit Honig und gefolgt von einem Glas Kokosnussmilch, zwei oder drei Mal am Tag, werden die Blätter als Heilmittel gegen Durchfall, Ruhr und Kolitis (Dickdarmentzündung) verabreicht.
  • Der Saft der Blätter, manchmal in Verbindung mit Karottensaft, wird als Diuretikum (harntreibendes Mittel) eingesetzt. Der Verzehr der Blätter wird Patienten mit Tripper wegen ihrer harntreibenden Eigenschaften empfohlen.
  • In Indien und Nicaragua werden die Blätter und jungen Knospen an die Schläfen gerieben, um Kopfschmerzen Abhilfe zu verschaffen.
  • In Indien und den Philippinen wird ein Umschlag, der mit Hilfe frischer Blätter gemacht wird, aufgelegt, um Schwellungen entgegenzuwirken.
  • Es wurde berichtet, dass in Malaysia manchmal Umschläge, hergestellt aus den Blättern, verwendet werden, um Darm-Würmer zu vertreiben.
  • Der Saft der Blätter wird gelegentlich als Antiseptikum angewendet.
  • In Indien werden die Blätter eingesetzt, um Fieber, Bronchitis, Augen- und Ohreninfektionen, Skorbut und Katarrh (Schleimhautentzündung) zu behandeln.
  • Die Blätter werden zur Entwurmung verabreicht. (Sie sollen in der Lage sein, Darmwürmer zu töten.)
  • Die Blätter werden sowohl als Reizstoff als auch als Abführmittel verwendet.
  • In Nicaragua, Guatemala und dem Senegal werden die Blätter in Form von Umschlägen auf Wunden und Hautinfektionen aufgetragen.
  • In den Philippinen glaubt man, dass der Verzehr der Blätter die Milchproduktion von Müttern anregt, des Weiteren werden die Blätter als Mittel gegen Anämie (Blutarmut) verschrieben.

 

DIE BLÜTEN

  • Die Blüten werden traditionell als ein Tonikum, Diuretikum und Abtreibungsmittel verwendet.
  • Die Blüten gelten als Entwurmungsmittel.
  • Die Blüten werden verwendet, um Entzündungen, Muskelkrankheiten, Tumore und eine vergrößerte Milz zu heilen.
  • In Indien glaubt man, dass aus den Blüten gepresster Saft Halsschmerzen und Katarrhe lindern kann.
  • In Puerto Rico wird eine Infusion aus den Blüten als Augenwaschlösung verwendet, während ein Sud, der aus den Blüten hergestellt wird, bei Hysterie helfen soll.

 

 

DIE HÜLSEN

  • Die Hülsen gelten als Entwurmungsmittel
  • Die Hülsen werden sowohl zur Behandlung von Leber- und Milzkrankheiten als auch von Gelenkschmerzen angewendet.

 

DIE WURZELN

  • In Indien werden die Wurzeln als ein Karminativum (fördert das Ablassen von Gasen aus dem Verdauungstrakt und hilft gegen intestinale Schmerzen und Krämpfe) und als Abführmittel verabreicht.
  • Den Wurzeln wird eine Wirkung gegen Fieberschübe zugesprochen und sie werden manchmal gekaut, um den Symptomen einer Erkältung Abhilfe zu verschaffen.
  • Der Saft der Wurzeln wird äußerlich als Hauttonikum, Gegenreiz oder als nekrotisierende Substanz (Substanz, die Bläschenbildung anregt) angewendet.
  • Die Wurzeln werden als Abtreibungsmittel, Diuretikum und zur Kräftigung des Herz-Kreislauf-System eingesetzt.
  • Die Wurzeln werden in der Behandlung von Epilepsie, Nervenschwäche und Hysterie angewendet.
  • Im Senegal und in Indien werden die Wurzeln zerstoßen und mit Salz vermischt, um einen Wickel zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Gelenkschmerzen herzustellen. Im Senegal wird dieser Wickel ebenso verwendet, um Schmerzen des unteren Rückens und der Nieren zu lindern.
  • Die Wurzeln werden als Abführmittel verabreicht.
  • In Indien, Indochina, Nicaragua und Nigeria werden die Wurzeln verwendet, um Entzündungen, insbesondere Gewebsschwellungen des Fußes (Ödeme), zu behandeln.
  • Ein Sud aus den Wurzeln wird angewendet, um Wunden und Geschwüre zu reinigen. In Indien und Indochina werden die Wurzeln genutzt, um Skorbut zu behandeln.
  • Saft aus den Wurzeln vermischt mit Milch soll gegen Schluckauf, Asthma, Gicht, Hexenschuss, rheumatische Erkrankungen, vergrößerte Milz oder Leber, interne und tiefgreifende Entzündungen und Nierensteine hilfreich sein.
  • Zerstoßene Wurzeln in Verbindung mit Rum werden als Einreibemittel bei rheumatischen Erkrankungen angewendet.
  • Ein Schnupftabak, der aus den Wurzeln hergestellt wird, wird inhaliert, um Ohrenschmerzen und Zahnschmerzen zu lindern.
  • Ein Saft, hergestellt aus einer Kombination aus den frischen Wurzeln, der Rinde und den Blättern des Moringa-Baumes, wird in die Nasenhöhlen geträufelt, um Patienten aus einem Koma oder aus einer Benommenheit zu erwecken.

 

DIE RINDE DER WURZEL UND DES STAMMES

  • Im Senegal werden die Wurzelrinde und die Baumrinde verwendet, um Wunden und Hautinfektionen zu behandeln.
  • Die Rinde gilt als wirksames Mittel gegen Skorbut.
  • In Indien werden die Wurzel- und Baumrinde als Appetitanreger und zur Förderung der Verdauung gereicht.
  • Im Senegal wird ein Sud aus der Wurzelrinde, den Wurzeln selbst, den Blättern und den Blüten verwendet, um Epilepsie, Hysterie und Magen-Darm-Krämpfe zu behandeln.
  • In Indien wird ein Sud aus der Wurzel- und Baumrinde bei Magen-Darm-Krämpfen und zur Behandlung von Nierensteinen angewendet.
  • Die Baumrinde wird zur Heilung von Augenkrankheiten eingesetzt.
  • In Indien werden Wurzel- und Baumrinde als Aphrodisiaka und Entwurmungsmittel angesehen.
  • In Indien glaub man, dass die Wurzelrinde einer Vergrößerung der Milz und der Entstehung von tuberkulösen Läsionen entgegenwirkt und sowohl Tumore zerstört als auch Geschwüre heilt.
  • Der Saft der Wurzelrinde wird in das Ohr geträufelt, um Ohrenschmerzen zu lindern und wirkt ebenso schmerzlindernd, wenn man ihn in die Hohlräume schmerzhafter Zähne gibt.
  • Die Rinde wird zur Behandlung von Patienten angewendet, die sich in einem Delirium befinden.
  • In den Philippinen glaubt man, dass die gekaute Rinde, aufgetragen auf einen Schlangenbiss, die Ausbreitung des Giftes verhindert.
  • Die Rinde wird als Gegenreiz und nekrotisierende Substanz verwendet.
  • In Indien wird die Rinde manchmal mit Pfefferkörnern vermischt und als Abtreibungsmittel eingesetzt (oftmals jedoch mit tödlichen Konsequenzen).

 

DAS BAUMHARZ

  • Das Baumharz, vermischt mit Sesamöl, wird verwendet, um Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen zu lindern.
  • Auf Java wird das Baumharz bei Magen-Darm-Beschwerden verabreicht.
  • In Indien wird das Baumharz zur Behandlung von Karies eingesetzt.
  • Das Baumharz wird ebenso als Diuretikum verwendet.
  • In Indien und dem Senegal gilt das Baumharz als Heilmittel geben Fieber, Ruhr und Asthma
  • Das Baumharz wird als Astringents (zusammenziehendes Mittel) und als Gegenreiz eingesetzt.
  • In Indien wird das Baumharz manchmal als Abtreibungsmittel verabreicht.
  • In Indien wird das Baumharz verwendet, um Syphilis und rheumatische Erkrankungen zu behandeln.

 

DIE SAMEN

  • Die Samen werden zur Bekämpfung von Fieber verabreicht.
  • Die Blüten, Blätter und Wurzeln werden gegen verschiedene Arten von Tumoren eingesetzt, während die Samen zur Behandlung von Abdominaltumoren verabreicht werden.
  • In Aruba wird eine Paste aus zerstoßenen Samen auf Warzen aufgebracht.

 

DAS KERNÖL

  • In Indien wird das Kernöl äußerlich angewendet, um Schmerzen und Schwellungen bei Gicht oder rheumatischen Erkrankungen zu lindern und Hautkrankheiten zu behandeln.
  • Das Öl wird bei der Behandlung von Hysterie und Skorbut eingesetzt.
  • Das Öl wird aufgetragen, um Beschwerden der Prostata und der Blase zu behandeln.
  • Das Öl gilt als Tonikum und Abführmittel.

 

Wirknachweise aus der Forschung

Einige der obenstehenden traditionellen Heilmittel wurden von neusten wissenschaftlichen Studien bestätigt. Darunter sind:

  • Ein Extrakt aus Moringablättern senkt nachweislich die Blutzuckerwerte innerhalb eines Zeitraumes von drei Stunden, wenngleich weniger effektiv als herkömmliche blutzuckersenkende Medikamente und Der Effekt vergrößerte sich bei höheren Dosen.
  • Ein Extrakt, gewonnen aus den getrockneten Blättern, zeigte eine erstaunliche Wirkung als Heilmittel von Geschwüren bei Labortieren. Die tägliche Verabreichung in Form von Injektionen verursachte eine beträchtliche Verbesserung der Heilungsrate von herbeigeführten Magengeschwüren.
  • Ein Extrakt, hergestellt aus den getrockneten, pulverisierten Blättern des Moringa-Baumes zeigte einen äußerst potenten Effekt auf das zentrale Nervensystem, was zu einer deutlichen Muskelentspannung, Verminderung der Körpertemperatur und einer verlängerten Tiefschlafphase bei Labormäusen führte. Die Testsubjekte, welche die höchsten Dosen verabreicht bekamen, verbrachten doppelt so viel Zeit mit Schlafen als die Kontrollgruppe.
  • Ein Extrakt aus den getrockneten Wurzeln, oral bei Labormäusen angewendet, zeigte deutlich, dass die Wurzeln entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. In einer anderen Studie hemmten Infusionen aus den Samen, Wurzeln bzw. Blüten das Entstehen von Fußödemen beträchtlich, obgleich die Autoren zu dem Schluss kamen, dass die Infusion, die aus den Samen hergestellt wurde, die Einzige sein könnte, bei der sich weitere Forschung lohnt.
  • Eine Infusion, die aus den Samen hergestellt wurde, zeigte eine Wirkung gegen Magen-Darm-Krämpfe und war ebenso harntreibend. Jedoch zeigten andere Teile der Pflanze (Blätter, Wurzeln, Stengel und Blüten) keine signifikante krampflösende oder harntreibende Wirkung.
  • Eine In-Vitro-Studie über die Samen des Moriga-Baumes zeigte, dass ein wässriges Extrakt, hergestellt aus den Samen, effektiv gegen Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und Kolibakterien eingesetzt werden kann. Diese Studie zeigte, dass das Samen-Extrakt genauso effektiv gegen S. aureus wirkt wie Neomycin. Ähnliche Resultate wurden mit wässrigen Extrakten erzielt, die mit Hilfe der Wurzeln gewonnen wurden.
  • Frischer Saft der Blätter bewirkt eine Hemmung von Pseudomonas aeruginosa, während ein Extrakt aus den Blättern sich als effektives Mittel zur Hemmung des Wachstums der Pilze Basidiobolus haptosporus und B. ranarum herausgestellt hat. Die antimykotische Wirkung des Extraktes zeigte sich ähnlich stark wie die einiger konventioneller Medikamente, die zur Behandlung von Infektionen durch Zygomyzeten eingesetzt werden.
  • Ein wässriges Extrakt, hergestellt aus der Baumrinde, zeigte sich in der Lage die Kontraktionsrate des Herzens bei niedrigen Konzentrationen zu erhöhen und bei hohen Konzentrationen zu verringern, mit dem Effekt einer Senkung des Blutdrucks. Der Stoff Moringinin, zu finden in der Wurzelrinde, wirkt auf das sympathische Nervensystem und das Herz, er entspannt die Bronchiolen (bei einer Entzündung der Bronchien) und hemmt unwillkürliche Bewegungen des Darmtraktes. Der Stoff Anthonine, ebenfalls in Wurzelrinde zu finden, ist hochgiftig für Cholerabakterien.
  • Das Alkaloid Spirochin, welches sich in den Wurzeln finden lässt, wirkt antibakteriell, schmerzlindernd, fiebersenkend, wirkt auf das Herz-Kreislauf-System (indem es den Herzschlag entweder hebt oder senkt, je nach Dosis) und hat ebenso ein Wirkung auf das Nervensystem. Hohe Dosen können den Vagusnerv lähmen. Ebenso kann man in den Wurzeln und Samen den Stoff Benzyl Isothiocyanate finden, welcher sowohl gegen Pilze als auch Bakterien wirksam ist. Dieser Stoff könnte sogar wirksamer als das in der Medizin verwendetes Benzyl Isothiocyanate oder andere Isothiocyanate sein.
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